4.
17. und 18. Jh. – a.
Idee und R. bei Descartes. – Vor allem in der angelsächsischen Philosophie wird
R. Descartes schon seit längerem als der Begründer des neuzeitlichen «Repräsentationalismus» angesehen
[1]. Man unterstellt dabei, daß die Cartesischen ‘Ideenʼ immaterielle mentale Objekte sind, und daß die Erkenntnis materieller Dinge nur über solche, sie vertretende Mentalobjekte möglich ist. In den letzten Jahren zeichnet sich eine Neubewertung der Cartesischen Erkenntnislehre ab, indem die Ideen als geistige Akte gedeutet werden, die im Sinne des «direkten Realismus» eine unmittelbare Beziehung zu ihren extramentalen Referenten aufweisen
[2]. In den einschlägigen Debatten wird die Verwendung des Wortfeldes ‹R.› durch Descartes selbst kaum beachtet, da es offenbar nicht als Teil seiner philosophischen Terminologie angesehen wird
[3]. Die substantivische Form findet sich bei Descartes in der Tat selten, während er das Verb häufig benutzt, und zwar sowohl im Lateinischen wie im Französischen, nicht selten reflexiv («sibi repraesentare aliquid»; «se représenter quelque chose»), was ohne weiteres durch ‘sich etwas vorstellenʼ wiederzugeben ist. Daneben hat ‹repraesentare/represénter› durchaus eine technische philosophische Bedeutung, und zwar zur Kennzeichnung eines Aspektes des Begriffs ‹Idee›.
In der Vorrede zu den ‹Meditationen› weist Descartes auf eine Äquivokation des Wortes ‹Idee› hin: Es kann «materiell, für eine geistige Operation» oder auch «objektiv, für das von jener repräsentierte Ding genommen
werden» («sumi potest vel materialiter, pro operatione intellectus ... vel objective, pro re per istam repraesentata»)
[4]. Die Ideen haben außerdem noch einen «formellen» Aspekt, sie sind dann «die Form jedes Gedankens, jene Form, durch deren unmittelbare Wahrnehmung (immediata perceptio) ich mir des betreffenden Gedankens bewußt (conscius) bin»
[5]. Hier wird offenbar eine scholastische Terminologie vorausgesetzt, wonach ‹Objekt› die «res ut cognita», ‹objektiv› die gegenständliche und ‹formal› die mentale (bei Descartes: die bewußte) Seite mentaler Akte bezeichnet
[6]. In diesem Sinne ist R. die Funktion der Ideen, wobei noch einige weitere Bestimmungen zu beachten sind:
1) Ideen sind zwar «Modifikationen der Seele», aber sie erhalten ihre Individualität nicht qua Modifikation, sondern qua R.: «Wenn die Ideen nur gewisse Modi des Denkens sind, erkenne ich unter ihnen keine Verschiedenheit ...; aber insofern eine [Idee] eine Sache und die andere eine andere repräsentiert, ist es klar, daß sie sehr verschieden voneinander sind» («quatenus ideae istae cogitandi quidam modi tantum sunt, non agnosco ullam inter ipsas inaequalitatem ...; sed, quatenus una unam rem, alia aliam repraesentat, patet easdem esse ab invicem valde diversas»)
[7].
2) Die «objektive» R.-Funktion der Ideen ist obligatorisch, d.h. «es kann keine Idee geben, die uns nicht etwas zu repräsentieren scheint»
[8]. Die Vorstellung des ‘Nichtsʼ ist daher nicht im eigentlichen Sinne eine Idee, sondern eine «notio communis».
3) Die «objektive» Realität der Ideen kann auch als «Effekt» aufgefaßt werden, dessen «Ursache» «formell» in der repräsentierten Sache selbst liegt. Da eine Wirkung höchstens die gleiche «Perfektion» haben kann wie ihre Ursache, kann aus dem Vorliegen einer Idee mit einer bestimmten Perfektion entnommen werden, daß der sie verursachenden «res» mindestens die gleiche Perfektion zukommt
[9] – ein wichtiger Grundsatz der Philosophie von Descartes, auf dem u.a. seine Version des Gottesbeweises beruht. Aber er ist auch für die mundane Erkenntnis wichtig, da die Idee selbst – vorausgesetzt, sie ist klar und deutlich – die Realität («Perfektion») der gemeinten Sache verbürgt. Mithin kann die R. durch Ideen bei Descartes nicht als bloße Stellvertretung aufgefaßt werden, vielmehr ist sie eine intrinsische Eigenschaft der Ideen selbst.
Der Cartesische Begriff der R. wird dadurch kompliziert, daß ‹R.› nicht nur von Ideen, sondern auch von «images» ausgesagt wird. Dabei ist eine weite und eine enge Bedeutung von «image» zu unterscheiden. Die weite Bedeutung liegt vor, wenn Descartes die Ideen von anderen Arten von Gedanken (z.B. Affekte, Willensakte) dadurch unterscheidet, daß sie «sozusagen Bilder der Dinge» sind
[10]. Hier dient «image» dazu, die «objektive», repräsentationale Funktion der Ideen hervorzuheben, doch das bedeutet nicht, daß Ideen bildhafte Ähnlichkeit mit ihren Gegenständen aufweisen müßten; in den Antworten auf Gassendi und Hobbes hat Descartes daher die Gleichsetzung von «idées» und «images» als irreführend zurückgewiesen, da sie u.a. implizieren würde, daß wir keine «Idee» von Gott oder von materiellen Dingen hätten
[11].
Im engeren Sinne bezeichnet «image» die materielle Realisierung von Ideen durch die «Imagination», die Descartes in Übereinstimmung mit der peripatetischen Tradition als körperliches Organ auffaßt; die Gleichsetzung von «idées» mit «images», solange sie in der «körperlichen Imagination» sind, wird in einem Brief an
Mersenne ausdrücklich abgelehnt
[12]. Über die R. durch körperliche Organe hat sich Descartes nicht einheitlich geäußert. Da er das Netzhautbild kennt, hätte es nahegelegen, der visuellen Wahrnehmung eine ausgesprochen piktoriale R. zuzuschreiben. Doch in der ‹Dioptrik› wendet sich Descartes gerade gegen eine solche Interpretation; ausgehend von dem Gedanken, daß «es keine Bilder geben kann, die den von ihnen repräsentierten Objekten völlig ähnlich sind», da man sonst das Bild von seinem Gegenstand nicht unterscheiden könnte
[13], beschreibt er den Vorgang des Sehens in rein mechanischen, kausalen Termini und lehnt den Gedanken ab, daß durch ein «zweites Auge» ein «Bild» betrachtet werden könnte. Das Netzhautbild ähnelt zwar seinem Gegenstand, aber diese Ähnlichkeit ist nicht dasjenige, wodurch wir Gegenstände empfinden. Vielmehr «bezeichnet» (signifiziert) die Einwirkung auf das Sinnesorgan die Idee, welche ihrerseits den Gegenstand «repräsentiert»
[14].
Andererseits gibt es bei Descartes Stellen, an denen er ausdrücklich von «Figuren» spricht, die im Gehirn «gemalt» oder «gezeichnet» werden, und im ‹Traité de l'homme› werden diese Figuren als Ideen bezeichnet
[15], welche die rationale Seele «betrachtet», wenn sie mit dem Körper vereinigt wird. Diese Ausdrucksweise mag den spezifischen Zwecken des hier durchgeführten Gedankenexperiments, alle seelischen Funktionen ohne Beteiligung der rationalen Seele zu erklären, geschuldet sein. Anders steht es mit der Erklärung der Imagination durch die Fähigkeit der Seele, in der Abwesenheit von Objekten diese «im Gehirn zu repräsentieren und zu bilden» und solche selbsterzeugte Bilder zu betrachten, mit der Folge, daß wir uns wegen der Körperlichkeit der Imagination ein Tausendeck nur «konfus» vorstellen können
[16]. Hier dürfte ein Zugeständnis an die psychische Realität «mentaler Bilder» vorliegen; doch folgt daraus nicht, daß Ideen immaterielle, bildhafte Objekte sind, da die Imagination ja gerade körperlich ist.
Descartes lehnt es ab, die repräsentierende Funktion von Ideen auf bildhafte Ähnlichkeit zu reduzieren, doch spielt der Ähnlichkeits-Begriff in seiner Erkenntnislehre durchaus eine Rolle. Die aus den Sinnen abgeleitete Idee der Sonne ist der Sonne unähnlich, doch die Idee, die der Astronom von der Sonne hat, ist ihr ähnlich
[17]. ‹Ähnlichkeit› drückt hier die wahre Erkenntnis aus, den Sachverhalt, daß die Idee «objektiv» (in unserer Erkenntnis) genau dasjenige enthält, was das Objekt «formell» (d.h. extramental, an sich) enthält
[18] – eine gut scholastische Doktrin.
Wenn Descartes mithin von ‹Ideen› spricht und deren Funktion als ‹R.› beschreibt, so bedeutet das nicht, daß Ideen zwischen Akt und Gegenstand eingeschobene, für die Erkenntnis obligatorische ‘Mentalobjekteʼ sind. In diesem Sinne hat er keine ‘repräsentationalistischeʼ Theorie der Erkenntnis vertreten.
b.
Gassendi, Hobbes, Foucher: R. als extrinsische Denomination, als Stellvertretung und als Wirkung. – In ihren Einwänden gegen die Cartesischen ‹Meditationen› präsentieren sich
Th. Hobbes und
P. Gassendi als ‘Konservativeʼ, die den neuen Begriff der Idee ablehnen und ihn auf denjenigen des durch Ähnlichkeit zum Gegenstand definierten «Bildes» reduzieren wollen. Doch bedeutet das nicht, daß sie in ihrer eigenen, teilweise auf Descartes reagierenden Philosophie bloße Ähnlichkeitstheoretiker wären. Vielmehr bekämpfen sie vor allem die Cartesische Konzeption einer intrinsischen R.-Funktion der Ideen.
Als Wiederentdecker der antiken Atomistik scheint
Gassendi prima facie für eine reine Bildertheorie der R. prädestiniert zu sein. Damit eine Idee einen Gegenstand mit Teilen repräsentieren kann, muß sie selbst (räumlich unterschiedene) Teile aufweisen
[19]. R. wird hier darauf zurückgeführt, daß Idee und Gegenstand gemeinsame Eigenschaften haben, und in diesem Sinne setzt Gassendi nicht selten «r.» und «similitudo» gleich
[20]. Doch braucht sich die Ähnlichkeit nicht auf die sensorische Oberfläche der Dinge zu beschränken. Kriterium der Erkenntnis ist neben der Empfindung die «anticipatio» (die
πρόληψις Epikurs in der Deutung Gassendis), die durch Aggregation und Abstraktion «allgemeine Ideen» bildet; eine allgemeine Idee ist «um so vollkommener, je vollständiger sie ist und je reiner sie dasjenige repräsentiert, in dem die Einzelnen übereinstimmen» («idea generalis est tanto perfectior, quanto est completior, ac repraesentat purius id, in quo singularia conveniunt»)
[21]. Auch Gassendi spricht den Ideen Grade der «Perfektion» zu, doch läßt sich die «Perfektion» des Gegenstandes nicht aus derjenigen der Idee ablesen. Die Idee ist ausschließlich relational definiert, in dem doppelten Sinne, daß sie eine interne relationale Struktur besitzt, die in Relation zur Struktur des Objektes steht; oder, in der Sprache der ‘Schuleʼ, die Relation zwischen Idee und Objekt ist im Hinblick auf die Idee eine «rein extrinsische Denomination»
[22].
Hobbes spricht selten von ‹R.›, aber wenn er es tut, dann in Disjunktion zu «resemblance». Im engsten Sinne ist ein Bild (image) die «resemblance» von etwas Sichtbarem und heißt dann «idea», «idol», «phantasm» oder «apparition». In einem weiteren Sinn sind Bilder Fiktionen; hier besteht Ähnlichkeit nicht zu einem körperlichen Objekt, sondern zu einem «phantastischen Bewohner des Gehirns» dessen, der das Bild macht. Und im weitesten Sinn heißt ‹Bild› «any representation of one thing by an other»
[23]; von Ähnlichkeit kann dabei keine Rede sein, wie Hobbes auch an Beispielen juristischer R. (d.h. Vertretung) klarmacht
[24]. Hobbes verwendet mithin ‹R.› als Allgemeinbegriff, der immer dann anwendbar ist, wenn etwas für etwas anderes steht, gleichgültig, ob zwischen beiden Ähnlichkeit besteht oder nicht. Er ist damit der (moderne) Begründer der Stellvertretungs-Konzeption der R.
Ähnlich wie Gassendi die Philosophie Epikurs, will
S. Foucher die (akademische) Skepsis wiederbeleben. Seine Polemik richtet sich allerdings nicht mehr nur gegen Descartes, sondern nun auch gegen Malebranche. Foucher kritisiert die Äquivokation des Cartesischen Ideenbegriffs; aus der Tatsache, daß Ideen Modi unseres (mentalen) Seins sind, läßt sich nicht folgern, daß sie etwas uns Äußerliches repräsentieren
[25]: «Man versteht unter ‘repräsentierenʼ nichts anderes als eine Sache präsent zu machen», d.h. «denselben oder wenigstens einen ähnlichen Effekt zu machen, wie wenn die Sache selbst aktuell wirken würde»
[26]. Da wir nun nach Cartesischer Auffassung die Sachen nur durch ihre Ideen kennen, können wir die Effekte von Sachen und Ideen nicht miteinander vergleichen; es ist also unmöglich festzustellen, was durch eine Idee repräsentiert werden soll. Fouchers Konzept der R. ist demjenigen von Hobbes ähnlich, nur daß er ein Kriterium für das Vorliegen von R. angibt; in der Idee selbst kann dieses aber nicht liegen.
c.
Objekte oder Akte als Substrat der R.: die Kontroverse zwischen Malebranche und Arnauld. – Die Problematik der R. hat wesentlich zum Zerfall des Cartesianismus
als einheitlicher philosophischer Schule beigetragen. Das «Paradox der Ähnlichkeit» konnte nicht gelöst werden: Auf psychologischem und physiologischem Niveau lehnte man bildhafte Ähnlichkeit ab und betonte die arbiträre Natur der Beziehung zwischen Idee und extramentalem Gegenstand
[27]; andererseits forderte man epistemische Ähnlichkeit (Ideen sollen die Gegenstände adäquat erfassen, und dazu ist Ähnlichkeit erfordert), die aber wiederum an der metaphysischen Unvergleichbarkeit zwischen «res extensa» und «res cogitans» ihr Hindernis fand
[28]. Infolgedessen wurde die R. als irreduzible, wunderbare Eigenschaft des menschlichen Geistes betrachtet, so etwa bei
J. Clauberg[29], an dem sich auch die Unsicherheiten des cartesianischen R.-Begriffs verifizieren lassen. Denn Clauberg stellt einerseits fest, daß R. etwas anderes ist als «Indikation», indem sie eine «gewisse Ähnlichkeit zu dem bezeichneten Ding, bzw. eine imago oder ein simulacrum erfordert»
[30]; andererseits exemplifiziert er die «objektive» (d.h. repräsentationale) «Realität» einer Idee durch das Beispiel einer Münze, deren Wert völlig willkürlich ist und allein durch die Autorität ihres Emittenten zustande kommt
[31]. Dem entspricht auch seine Terminologie; er verwendet die Ausdrücke ‹objektiv›, ‹intentional› und ‹stellvertretend› (vicarius) synonym, um den Gegenstandsbezug der Ideen zu kennzeichnen
[32].
Wenn Ideen extramentale Objekte «vertreten» können, sind sie selbst «Objekte» – ein Schluß, den Clauberg selbst nicht zieht
[33], wohl aber (vorgeblich im Sinne von Descartes)
N. Malebranche. Seine langjährige Kontroverse mit
A. Arnauld, deren religiöse Motive hier beiseite gelassen werden
[34], signalisiert das Auseinanderbrechen der cartesianischen ‘Schuleʼ entlang der Bruchlinie der «objektiven» bzw. der «formalen» Realität der Ideen; Malebranche nimmt die Ideen als Objekte, Arnauld «formal», d.h. als mentale Akte. Vom heutigen Standpunkt ist Malebranche «Repräsentationalist», Arnauld «direkter Realist». Doch für sie selbst ging es um die Existenz von «êtres représentatifs» – ein Ausdruck, der nicht etwa von Malebranche verwendet wurde
[35], sondern (als Übersetzung eines scholastischen Fachterminus) Arnauld als «Kampfbegriff» diente
[36]. Überhaupt ist, terminologisch gesehen, Arnauld der «R.-Theoretiker», da er ständig (auch zur Kennzeichnung seiner eigenen Position) das Wortfeld ‹R.› benutzt, während Malebranche eher sparsam damit umgeht.
Malebranche räumt ein, daß das Wort ‹Idee› äquivok ist. Manchmal habe er es «für alles, was dem Geist irgendein Objekt repräsentiert», genommen, manchmal «für alles, was das unmittelbare Objekt des Geistes ist»
[37]. Doch obwohl Malebranche die zweite Verwendung für allgemeiner hält als die erste, fallen sie in seiner Ideenlehre zusammen: Ideen sind (unmittelbare) Objekte des Geistes, die dem Geist Objekte repräsentieren. Der Geist nimmt das wahr, was ihm repräsentiert wird
[38], und dabei handelt es sich um die äußeren Objekte, welche von den Ideen repräsentiert werden
[39]. Wenn wir äußere Körper betrachten («regarder»), sehen («voir») wir zwar diese Körper, aber nur indirekt; direkt nehmen wir nur die Ideen wahr
[40]. Und zwar handelt es sich dabei um die intelligible Idee des Körpers (z.B. die «Sonne des Astronomen»), nicht aber um den Körper, so wie er uns erscheint; denn die Empfindungen («sentiments» oder «sensations») sind bloße Modifikationen der Seele, sie leisten keine R., sondern «färben» die intelligiblen Ideen, d.h. statten sie mit sinnlichen
Qualitäten aus. Dagegen sind Ideen keine Modifikationen der Seele, da die Seele kein Wissen um äußere Objekte erlangen kann, solange sie nur ihre eigenen Modifikationen kennt
[41]. Ideen sind also (modern gesprochen) extramental. Da die Seele sich nicht zu den äußeren Gegenständen (etwa der realen Sonne) begeben kann, müssen die Ideen ihr so nahe wie möglich sein
[42]. Gott ist der Seele am nächsten, und daher sehen wir die Ideen «in Gott».
Das «Sehen der Ideen in Gott» war schon den Zeitgenossen von Malebranche problematisch, doch kann seine Wahrnehmungstheorie auch intramundan interpretiert werden. Seine «intelligiblen Ideen» erweisen sich dann als abstrakte R.en, welche die «Deutung» der an sich nicht repräsentationalen «Sinnesdaten» aufgrundeines «natürlichen Urteils» ermöglichen
[43]. In der Tat hat Malebranches R.-Theorie eine empirische, wahrnehmungspsychologische Grundlage, die als Beleg für die These dient, daß wir die Dinge nicht so perzipieren, wie sie an sich sind
[44]. Ihr Grundmotiv ist jedoch die von vielen Zeitgenossen geteilte Überzeugung, daß die kognitive Präsenz von Gegenständen ihre räumliche Nähe und damit ihre R. durch Ideen voraussetzt
[45]. An eben diesem Punkt setzt die Kritik von Arnauld ein.
Arnauld lehnt den Begriff der R. nicht ab, sondern nur die Vorstellung, es gäbe «êtres représentatifs», die «von den als Perzeptionen genommenen Ideen real unterschieden sind»; denn wie die Reflexion zeigt, «sind alle unsere Perzeptionen essentiell repräsentationale Modalitäten» («J'entends par les êtres représentatifs ... ceux que l'on s'imagine être réellement distingués des idées prises pour des perceptions ... Toutes nos perceptions sont des modalités essentiellement représentatives»)
[46]. Ideen sind (aktive) Modifikationen der Seele, keine Objekte wie bei Malebranche, und als mentale Akte repräsentieren sie die wirklichen Gegenstände. Die Funktion des Wissens ist, uns in unserem täglichen Verhalten zu leiten, etwa beim Essen; und dazu brauchen wir Kenntnis über die wirkliche und nicht irgendeine intelligible Nahrung
[47]. Lebte die Seele in einem «Prachtbau» («édifice») von Ideen, wie er durch Malebranche errichtet wurde, würde sie von der wirklichen Welt abgeschnitten
[48].
Zu «falschen, schimärischen» Ideen-Objekten à la Malebranche gelangt man durch die Übertragung von Erlebnissen aus dem realen, körperlichen Sehprozeß auf das «geistige» Sehen. Um sichtbar zu sein, muß ein Gegenstand vor unseren Augen «präsent» sein, und gelegentlich sehen wir nicht direkt präsente Gegenstände in Spiegeln o.ä. «repräsentiert». So kommt man auf den Gedanken, daß auch beim geistigen Sehen repräsentationale Entitäten als Stellvertreter der Objekte auftreten. Tatsächlich verwendet man aber ein falsches Bild vom «körperlichen» Sehen, denn dieses verlangt Objekte, welche die Augen nicht direkt berühren, und im Spiegel sieht man den Gegenstand selbst. Lokale Präsenz ist also schon beim körperlichen Sehen nicht erfordert, um so weniger beim geistigen Sehen
[49]. Überdies wird der Ausdruck ‹R.› häufig in unangemessener Weise auf Bilder, Wörter und andere Zeichen angewendet, als ob diese an sich R.en wären; in Wirklichkeit ist R. ausschließlich eine Funktion unserer Perzeptionen, und Bilder o.ä. «repräsentieren» nur, insofern und solange sie von jemandem betrachtet und als solche erkannt werden
[50].
Auch abstrakte wissenschaftliche Begriffe verlangen keine «êtres représentatifs». Wir sind uns unserer Ideen
als mentaler Modifikationen immer bewußt, und insofern kann man Ideen als «unmittelbare Gegenstände unseres Denkens» bezeichnen
[51]. Diese «Reflexion» ist im allgemeinen «virtuell», aber sie kann «explizit» («expresse») gemacht werden, indem wir eine Perzeption durch eine andere Perzeption «erforschen». Dann machen wir eine Idee zum «Gegenstand» unseres Denkens, aber bei diesem Gegenstand handelt es sich um einen Akt, der sich auf einen realen Gegenstand bezieht. Auf der «réflexion expresse» beruhen alle abstrakten Wissenschaften wie z.B. Metaphysik, Geometrie und Algebra
[52].
d.
Idee und R. im britischen Empirismus. – Auch
J. Lockes Theorie der Ideen wird derzeit einer Umbewertung unterzogen, mit der Tendenz, ihre nicht-repräsentationalistischen Momente stärker hervorzuheben
[53]; doch wie bei Descartes geschieht dies ohne Berücksichtigung der Verwendung von «to represent» durch Locke selbst. Der (noch nicht vollständig erforschte) Sprachgebrauch zeigt, daß er das Wortfeld in mindestens drei Bedeutungen verwendet.
1) Im allgemeinsten Sinn ist ‹R.› vergleichbar mit ‹Signifikation› und hat die Funktion, dem Geist die «Dinge, die er betrachtet», präsent zu machen, und zwar als «Zeichen oder R. des Dinges, das er betrachtet»; alle Ideen sind solche Zeichen oder R.en. Ideen sind hier, ebenso wie die sie bezeichnenden Wörter, «Instrumente des Wissens» und bilden den Gegenstand der Semiotik
[54].
2) Im spezielleren Sinn, dem der «adäquaten R.», kommt nicht allen, sondern nur den «wahren», «wirklichen» Ideen die Funktion der R. zu. ‹R.› meint hier vom Intellekt intendierte Stellvertretung («to stand for») oder Referenz («to refer»). In diesem Sinne «repräsentieren» adäquate Ideen «vollkommen jene Archetypen», von denen die Ideen, wie wir annehmen, «genommen sind», während bei inadäquaten Ideen nur eine «partielle oder unvollständige R. jener Archetypen, auf die sie bezogen werden», vorliegt
[55]. Adäquat sind alle einfachen Ideen, da hier eine perfekte Korrespondenz zwischen den Empfindungen und den sie auslösenden «Potenzen» («powers») der Dinge selbst besteht. Adäquat sind aber auch die komplexen Ideen, sofern ihre Archetypen vom Geist selbst produziert sind, denn «was nur sich selbst zu repräsentieren bestimmt (designed) ist, kann niemals falscher R. fähig sein»
[56]. Komplexe Ideen, deren «Muster» den Ideen eines anderen Menschen entnommen ist, können dagegen inadäquat sein
[57]. Ideen von Substanzen sind immer inadäquat, da sie zwar wie einfache Ideen «Kopien» sind, aber niemals festgestellt werden kann, ob in der Idee alle Qualitäten und Potenzen der supponierten Substanz «gesammelt» sind
[58].
3) Ideen brauchen ihren ‘Archetypenʼ nicht ähnlich zu sein, um sie zu repräsentieren; Korrespondenz reicht aus. Doch verwendet Locke ‹R.› auch im Sinne von ‹Bild› («image»), und zwar, um den Unterschied zwischen den einfachen Ideen primärer und sekundärer Qualitäten zu kennzeichnen: «Die einfachen Ideen von primären Qualitäten sind die Bilder oder R.en dessen, was außerhalb von uns existiert»
[59]; bei sekundären Qualitäten liegt eine solche bildhafte R. nicht vor.
Viele moderne Kommentatoren sprechen Locke im Hinblick auf sekundäre, nicht aber primäre Qualitäten eine R.-Theorie zu
[60], in genauem Gegensatz zu seinem eigenen Wortgebrauch und demjenigen seiner Epoche. Denn die Gleichsetzung von ‹R.› und ‹Bild› war in
ihr weitverbreitet und erhielt durch die stürmische Entwicklung der Optik in dieser Periode noch Unterstützung. Insbesondere schien das neuentdeckte Netzhautbild zu zeigen, daß die Objekte des Sehens dem Geist in Form einer bildhaften Repräsentation «präsent» (d.h. räumlich nahe) sind
[61]. Diese ‘optischeʼ Auffassung der R. wurde gelegentlich gegen den von Lockes «Weg der Ideen» befürchteten Skeptizismus geltend gemacht; z.B. meint
H. Lee, die wahre Bedeutung von ‹Idee› sei «sichtbare R. oder Ähnlichkeit (resemblance) des Objektes, die – wenigstens zu einem gewissen Grade – wie das Ding ist, von dem sie eine Idee ist»
[62].
Die weite Verbreitung des Konzepts der Ähnlichkeits-R. zu Beginn des 18. Jh. erweist sich u.a. daran, daß
G. Berkeley in seiner Bekämpfung des Materialismus konsequent an es anknüpft. Berkeley läßt seinen Materialisten «Hylas» konzedieren, daß «Ideen nicht außerhalb des Geistes existieren», daß sie aber «Kopien, Bilder (images) oder R.en gewisser Originale sind», die außerhalb des Geistes existieren
[63]. Da die Ideen «empfindbar» («sensible») sind, materielle Dinge aber nicht empfunden werden können, gibt es keinerlei Basis, die unterstellte R.-Beziehung festzustellen. Materielle Dinge existieren nicht, da sie durch Ideen nicht repräsentiert werden können.
In Berkeleys eigener Philosophie kann ‹R.› nur eine intramentale Beziehung bezeichnen, die wiederum nur jeweils innerhalb eines Sinnes auf Ähnlichkeit beruhen kann
[64]. Ideen können «Bilder» («pictures») hinsichtlich anderer Ideen genannt werden, wenn der Geist seine Ideen miteinander vergleicht
[65]. An einer wenig beachteten Stelle seiner ‹Neuen Theorie des Sehens› entwickelt Berkeley eine Theorie der R., die überraschende Anklänge an Leibniz aufweist. Ein visuelles Quadrat ist «besser geeignet, ein taktiles Quadrat zu repräsentieren», als ein visueller Kreis, nicht weil es dem taktilen Quadrat ähnlicher ist als dieser oder weil sich visuelle und taktile Quadrate auf dieselbe «species» beziehen, sondern weil sowohl visuelles als auch taktiles Quadrat «vier distinkte und gleiche Teile» aufweisen. Die R.-Beziehung zwischen Figuren aus verschiedenen Sinnen gleicht der R.-Beziehung zwischen Lauten und Buchstaben; sie ist auf der Ebene der einzelnen Zuordnung arbiträr, aber dies vorausgesetzt, wird sie auf der Ebene der Kombinationen von Zeichen nicht-arbiträr
[66].
Charakteristischer für Berkeley ist jedoch die reine Stellvertretungs-Konzeption der R.; bekanntester Kontext ist dieser: Da abstrakte allgemeine Ideen nicht vorstellbar sind, existieren sie auch nicht; «eine an sich betrachtet partikuläre Idee wird allgemein, indem man sie alle anderen partikulären Ideen repräsentieren, d.h. für sie stehen läßt»
[67] – ein Prozeß, der übrigens bei Berkeley primär auf der Ebene der Ideen und nur sekundär auf derjenigen der Worte angesiedelt ist.
Eine dritte Bedeutung von ‹R.› tritt in der Klassifikation von «Ideen» auf: Ideen werden entweder aktuell den Sinnen «imprimiert», oder sie entstehen durch Beachtung der passiven und aktiven Zustände des Geistes, oder sie werden mit Hilfe des Gedächtnisses und der Imagination gebildet und «kombinieren, trennen, oder repräsentieren lediglich» die anderen beiden Arten von Ideen
[68]. R. ist hier Re-Präsentation, obwohl Berkeley den Ausdruck ‹Präsentation› noch nicht verwendet.
D. Hume schließt im wesentlichen an die dritte Bedeutung von ‹R.› bei Berkeley an, nur daß er sie konsequent im Sinne der Ähnlichkeit («resemblance») auffaßt. Ideen unterscheiden sich von Impressionen zwar durch
ihre geringere Lebhaftigkeit, aber in jeder anderen Hinsicht sind sie den ihnen korrespondierenden Impressionen ähnlich. Der Vergleich zwischen einer Impression und einer Idee desselben Gegenstandes erweist die letztere als eine «exakte R.» der ersteren. Originär gilt dies Prinzip nur für einfache Ideen bzw. Impressionen
[69], kann aber auf komplexe Ideen/Impressionen übertragen werden, insofern sie aus einfachen gebildet werden. Hume hält Berkeleys R.-Theorie der Abstraktion für «eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre»
[70]; seine eigene Erklärung, warum einige «Ideen in ihrer Natur partikulär, in ihrer R. aber allgemein» sind
[71], ist anders als diejenige Berkeleys strikt nominalistisch, d.h. sie leitet die «Stellvertretung» aus dem Vorhandensein von Wörtern mit variabler Bedeutung ab.
Impressionen sind keine R.en, sondern werden durch die Sinne «präsentiert»
[72]. Dasselbe gilt für Passionen, die als «sekundäre Impressionen» oder «Impressionen der Reflexion» keine «repräsentative Qualität» enthalten, die sie zu einer «Kopie» einer anderen Modifikation machen würde
[73]. In solchen Passagen deutet sich bei Hume schon die im 19. Jh. kurrente Unterscheidung zwischen Präsentation und R. an.
Einigen Stellen des ‹Treatise› wurde neuerdings entnommen, daß Hume die Beziehung zwischen Ideen und Impressionen nicht ausschließlich im Sinne der bildlichen R. aufgefaßt hat, sondern eher eine Äquivalenz des informationalen Gehaltes im Auge hatte
[74]. Er selbst hält freilich das Erkennen bisher nie gesehener Impressionen – d.h. die Existenz einer Idee
vor der ihr korrespondierenden Impression – für ein «partikuläres und singuläres Beispiel», das nicht zu einer Änderung seiner allgemeinen Maxime zwingt
[75].
e.
R. und Expression bei Leibniz. – Unter allen Philosophen der Neuzeit ist
G. W. Leibniz derjenige, dessen Denken am durchgängigsten nicht nur der Sache nach, sondern auch terminologisch durch den Begriff der R. bestimmt ist. Die lexikalische Darstellung muß sich auf die Grundzüge beschränken und kann auf Details der Entwicklungsgeschichte des R.-Begriffs bei Leibniz kaum eingehen. Der Begriff findet sich nicht erst 1686, im ‹Discours de métaphysique› und im daran anschließenden Briefwechsel mit Arnauld, sondern wird in zahlreichen seinerzeit unveröffentlichten Manuskripten seit 1671 ausgearbeitet
[76]. Umfassende Orientierung über den R.-Begriff bei Leibniz bietet die Monographie von
A. Gurwitsch[77]. Terminologisch ist festzuhalten, daß
Leibniz die Wörter ‹R.› («repraesentatio», «représentation») und ‹Expression› («expressio», «expression») einschließlich der entsprechenden Verbalformen («repraesentare», «exprimere» und ihre frz. Äquivalente) im wesentlichen gleichbedeutend verwendet
[78]. Ihre Herkunft dürfte jedoch verschieden sein, wobei für ‹Expression› eher an die Mathematik, für ‹R.› eher an die Jurisprudenz zu denken ist
[79]. Der wohl einzige Ansatz, den Leibniz zu einer Bedeutungsdifferenzierung gemacht hat, findet sich im Kontext der «Characteristica universalis»: ‹R.› wird hier einzelnen Zeichen und deren Beziehung zum Denken zugesprochen («Characterem voco notam visibilem cogitationes repraesentantem»), während ‹Expression› Zeichen-Aggregate und deren Beziehung zur «Sache» denotiert («Expressio est aggregatum characterum rem quae exprimitur repraesentantium»)
[80]. Doch ist Leibniz auf diese Unterscheidung nicht zurückgekommen. In den späteren Schriften und in psychologischen Kontexten scheint ‹R.› zu überwiegen, das Leibniz im Französischen auch in der umgangssprachlichen
Bedeutung ‘sich etwas vorstellenʼ vorlag. Doch ist auch ‹R.› bei Leibniz niemals ein rein psychologischer Begriff geworden.
Definiert hat Leibniz zuerst den Begriff ‹Expression›, und zwar in einem mathematisch-darstellungstheoretischen Sinn. Eine frühe Definition findet sich in ‹Quid sit idea› (ca. 1678): «Eine Sache drückt eine andere aus, wenn sie Eigenschaften (habitudines) hat, die den Eigenschaften der auszudrückenden Sache entsprechen» («Exprimere aliquam rem dicitur illud, in quo habentur habitudines, quae habitudinibus rei exprimendae respondent»); das Modell der Maschine drückt die Maschine aus, die perspektivische Zeichnung den (dreidimensionalen) Körper, die Rede Gedanken und Wahrheiten, die Zahlzeichen die Zahlen: «Allen diesen Ausdrücken ist gemeinsam, daß wir durch die bloße Betrachtung der Eigenschaften des Ausdrückenden zur Erkenntnis der Eigenschaften des Ausgedrückten gelangen»; Ähnlichkeit ist dazu nicht erfordert, eine «gewisse Analogie» der Eigenschaften genügt
[81]. Für die Expression reicht es aus, daß es ein «gewisses konstantes Gesetz der Relationen» gibt, durch das die Einzelnen im Einen auf die entsprechenden Einzelnen im Anderen bezogen werden können, wie z.B. ein Kreis in perspektivischer Projektion durch eine Ellipse «repräsentiert» werden kann
[82]. Die bekannteste Definition steht in einem Brief an Arnauld von 1687: «Nach meinem Sprachgebrauch ‘drückt eine Sache eine andere ausʼ, wenn eine beständige und geregelte Beziehung (un rapport constant et reglé) zwischen dem besteht, was sich von der einen und von der anderen aussagen läßt.» Die Expression ist ein Gattungsbegriff, von dem die natürliche Perzeption, die Empfindung und die intellektuelle Erkenntnis Unterarten sind
[83].
In der modernen Leibniz-Interpretation besteht Einigkeit darüber, daß der Gedanke der eindeutigen Zuordnung bzw. der strukturerhaltenden Abbildung das Fundament der Leibnizschen Metaphysik, Erkenntnislehre und Psychologie der R. bildet. «Aufgrundder eindeutigen Zuordnung gewinnt das Zeichen den Sinn des Stellvertreters für die bezeichnete Sache»
[84]. Die Wahl eines Zeichensystems kann durchaus willkürlich sein, doch ist sie durch die Erfordernis der Strukturerhaltung eingeschränkt. In diesem Sinne kann Leibniz sagen, daß die R. eine «natürliche Beziehung» zum Repräsentierten aufweist. Die R. eines Quadrats durch einen Kreis wäre unpassend. Die R. ist oft selektiv, doch niemals kann sie dem Repräsentierten etwas hinzufügen; dann wäre sie nämlich falsch. Auch zwischen den verschiedenen R.en ein und derselben Sache besteht eine «exakte Beziehung»
[85]; R. besteht also nicht nur zwischen Zeichen und Dingen, sondern auch zwischen Zeichensystemen, aber nur aufgrunddes ihnen gemeinsamen Bezugs auf denselben Sachverhalt.
Die Perzeption wird von
Gurwitsch[86] als «zentralisierte R.» bezeichnet. Das Wort findet sich bei
Leibniz selbst nicht. Definierend für ‹Perzeption› ist jedenfalls, daß «das, was teilbar und materiell ist und sich auf verschiedene Wesen verstreut vorfindet, in einem einzigen unteilbaren Wesen oder einer Substanz, die eine wahre Einheit besitzt, ausgedrückt oder repräsentiert wird». In der vernünftigen Seele ist die Perzeption von «Bewußtsein» («conscience») «begleitet», während dies der «natürlichen Perzeption» und der «Empfindung» fehlt. Die Perzeption ist demgemäß kein psychischer Sachverhalt im üblichen Sinn, obwohl «unsere Seele» ein Beispiel für die «Möglichkeit einer derartigen R. mehrerer Sachen in einer» liefert
[87].
Die Perzeption ist die Tätigkeit der «individuellen Substanz» oder «Monade». Der Begriff der Monade setzt das logische Prinzip des Enthaltenseins aller Prädikate im Subjekt einer wahren Proposition und die Neufassung des Substanzbegriffs im Sinne einer innenbestimmten, dynamischen Kraftäußerung voraus. Aus dem allgemeinen Begriff der Substanz folgt, daß die «Zustände der Seele ihrer Natur und ihrem Wesen nach Ausdrücke der entsprechenden Zustände der Welt» sind
[88]. Der Begriff der Substanz erklärt daher sowohl die Abfolge der Zustände und damit die Identität und Individualität der Substanz als auch den Zusammenhang mit dem Universum, das sich in ihr ausdrückt.
Jede individuelle Substanz repräsentiert das Universum «unter einem bestimmten Gesichtspunkt»
[89]. Während Leibniz in seinem frühen Denken den Standpunkt einer individuellen Substanz konkret räumlich auffaßt, hat er später zurückgewiesen, daß es zwischen Monaden «irgendeine räumliche oder absolute Nähe oder Entfernung»
[90] gäbe. Man versteht daher die wesentlich standortgebundene R. durch Monaden besser als deren Stellung in einem «inneren Zusammenhang», bei dem jeder Teil nicht nur durch das Ganze bestimmt wird, sondern in «einseitig-parteilicher Darstellung» das Ganze ist
[91]. In einem uneigentlichen Sinne sind die Monaden freilich lokalisiert, da sie einen ihnen zugeordneten organischen Körper besitzen
[92]. «Obwohl die Monaden selbst nicht ausgedehnt sind, so haben sie doch eine Art von Lage (situs) in der Ausdehnung, d.h. ein geordnetes Verhältnis der Koexistenz zu anderem und zwar durch die Maschine, die sie beherrschen»
[93].
Jede Seele «drückt sowohl ihren Körper wie durch ihn alles übrige aus»
[94]. Das Verhältnis zwischen Seele und Körper hat Leibniz bekanntlich unter der Bezeichnung «prästabilierte Harmonie» gefaßt. Gegenüber verkürzenden Deutungen muß bemerkt werden, daß die prästabilierte Harmonie bei Leibniz nur ein auf das Leib/Seele-Problem bezogener Sonderfall der universellen Harmonie ist; diese bestimmt sich nach
Gurwitsch als «R. im Sinne durchgehender Entsprechung und Zuordnung aller Substanzen durch alle»
[95]: «Die Anpassung aller erschaffenen Dinge an jedes einzelne von ihnen und jedes einzelnen an alle anderen bewirkt, daß jede einfache Substanz in Beziehungen eingeht, die alle anderen ausdrücken, und daß sie folglich ein dauernder lebendiger Spiegel des Universums ist»
[96]. Das Prinzip der universellen Harmonie ist damit das «ontologische Äquivalent des allgemeinsten Begriffs der R.»
[97].
In Leibnizens Begriff der R., der auf dem Sachverhalt der eindeutigen Zuordnung durch Zeichensysteme beruht, sind die Momente der (objektiven) «Darstellung» und der (subjektiven) «Vorstellung» in eins gesetzt. Dadurch erhält er heute im Zuge der Kognitionswissenschaft, die ihren Zentralbegriff der mentalen R. ähnlich bestimmt, neue Aktualität; dies nach
S. Krämer[98] auch deswegen, weil Leibniz als erster das Denken als formale Symbolmanipulation beschrieben hat. In der «Nachwirkung», bei
Ch. Wolff, wurde der leibnitianische Begriff der R. allerdings «psychologisiert» und einseitig im Sinne von ‹Vorstellung› gedeutet
[99].
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Vgl. A. B. Gibson: The philos. of Descartes (New York 1932). |
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Vgl. B. E. O'Neil: Epistemolog. direct realism in Descartes' philos. (Albuquerque, N. M. 1974); zwei neuere Beispiele: M. J. Costa: What Cartesian ideas are not. J. Hist. Philos. 21 (1983) 537–549; M. Cook: Descartes' alleged representationalism. Hist. Philos. Quart. 4 (1987) 176–195. |
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‹R.› ist z.B. kein Stichwort in: J. M. Morris: Descartes dict. (New York 1971). |
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R. Descartes: Medit., Praef. (3). Oeuvres, hg. Ch. Adam/P. Tannery (Paris 1897–1913, 1964ff.) [A/T] 7, 8. |
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Medit., 2. resp., Rationes (217), a.O. 160. |
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Art. ‹Objekt›, in: Hist. Wb. Philos. 6 (1984) 1026–1051. |
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Medit. III (40). A/T 7, 40. |
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Entretien avec Burman (16. 4. 1648). A/T 5, 153. |
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Medit., Praef., a.O. [4]; 2. resp., Rat. (223f.), a.O. [5] 165. |
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Obj. 3, resp. (248f.), a.O. 181. |
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Br. an Mersenne (Juli 1641). A/T 3, 392. |
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La dioptr., Disc. IV. A/T 6, 112–115. |
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Zurückweisung der Ähnlichkeit als Medium der R.: Disc. VI, a.O. 130; Unterscheidung von Signifikation und R. beim Sehvorgang: Le monde ou traité de la lumière. A/T 11, 4; vgl. hierzu: J. W. Yolton: Perceptual acquaintance from Descartes to Reid (Oxford 1984) 24. |
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Traité de l'homme. A/T 11, 176f. |
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Medit. III (39f.). A/T 7, 39. |
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P. Gassendi: Obj. 5, In Medit. VI (478f.), a.O. 338. |
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z.B.: Disquis. metaphysica. Op. omn. (Lyon 1658) 3, 329. 331. |
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Syntagma philos., a.O. 1, 95. |
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O. R. Bloch: La philos. de Gassendi: Nominalisme, matérialisme et mét. (Den Haag 1971) 129. |
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Th. Hobbes: Leviathan. The Engl. works, hg. W. Molesworth (London 1839–45) 3, 650. |
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Hier und im folgenden nach R. A. Watson: The downfall of Cartesianism 1673–1712 (Den Haag 1966). |
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S. Foucher: Diss. sur la recherche de la vérité, ou sur la logique des académiciens (Dijon 1673) 52, zit. nach: Watson, a.O. 51. |
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z.B. G. W. Leibniz: Br. an de Volder (27. 12. 1701). Die philos. Schr., hg. C. I. Gerhardt (1875–90) [GP] 2, 234. |
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Watson, a.O. [25] führt den «downfall of Cartesianism» im wesentlichen auf das ungelöste «Paradox der Ähnlichkeit» zurück; dort auch Einzelnachweise für (frz.) «orthodoxe» Cartesianer. |
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J. Clauberg: De cognitione Dei et nostri ... exercit. Op. omn. philos., hg. J. T. Schalbruch (Amsterdam 1691) 2, 617. |
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De cogn. ..., a.O. 2, 607f. |
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‹R.› ist im Stichwortindex der ‹Opera› aufgeführt und weist bona fide Cartesische Verwendungen auf; Ideen werden als «modus cogitandi, qui sunt rerum quasi imagines et repraesentamina» definiert: a.O. 1, 497. |
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Vgl. S. M. Nadler: Arnauld and the Cartesian philos. of ideas (Manchester 1989). |
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Der Ausdruck findet sich nicht in dem sorgfältigen Stichwortverzeichnis von: N. Malebranche: Oeuvr., hg. A. Robinet 1–21 (Paris 1958–70). |
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A. Arnauld: Des vraies et fausses idees (1683). Oeuvr. 38 (Paris/Lausanne 1780). |
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Malebranche: Rech. de la vér., a.O. [35] 3, 44. |
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Vgl. hierzu Nadler, a.O. [34] 75f. |
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Malebranche, a.O. [35] 1, 443f. |
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Malebranches Analyse der Wahrnehmung mit Hilfe «natürlicher Urteile» ist allerdings nicht lückenlos in seine Ideenlehre integriert, die er erst in Auseinandersetzung mit Arnauld zu voller Konsequenz entwickelt hat. |
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Schon von E. Cassirer: Das Erkenntnisproblem in der Philos. und Wiss. der neueren Zeit 1–4 ( 31922/ 21957, ND 1974) 1, 567 wurde der psycholog. Ausgangspunkt der Ideenlehre von Malebranche betont. |
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Zu der beinahe ubiquitären Verbreitung dieses Motivs im 17./18. Jh. vgl. Yolton, a.O. [14]. |
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Arnauld, a.O. [36] 38, 199. |
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Vgl. z.B. Yolton, a.O. [14]. |
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J. Locke: Essay conc. human underst. IV, 21, § 4. Works 1–10 (London 1823, ND 1963) 3, 175. |
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II, 31, § 1, a.O. 2, 125. |
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II, 31, § 4, a.O. 2, 128. |
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Br. an den Bischof von Worcester, a.O. 4, 75. |
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Vgl. die einschlägigen Beiträge in: R. Ashcraft (Hg.): J. Locke: Crit. assessments (London 1991) IV. |
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So z.B. Lockes Freund W. Molyneux: Dioptrica nova (1692) 104f., zit. nach: C. M. Turbayne: Berkeley and Molyneux on retinal images. J. Hist. Ideas 16 (1955) 339–355. |
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H. Lee: Anti-Scepticism (London 1702) 2. |
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G. Berkeley: Hylas and Philonous I. The works, hg. A. A. Luce/T. E. Jessop 1–9 (London 1948–57) 2, 205. |
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Principles of human knowledge I, 8, a.O. 44. |
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A new theory of vision § 119, a.O. 1, 219. |
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A new theory §§ 141ff., a.O. 228f. |
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Princ., Intr. 12, a.O. 2, 32. |
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D. Hume: A treat. of human nature I, 1, § 1. The philos. works, hg. T. H. Green/T. H. Grose (London 21882 –86, ND 1964) 1, 314.. |
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J. Biro: Hume and cognitive sc. Hist. Philos. Quart. 2 (1985) 257–274 mit Lit. |
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Hume: A treat. I, 1, § 1, a.O. [69] 1, 315f. |
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Eine (ganz unvollst.) Unters. von «Représenter bei Leibniz vor 1686» findet sich bei P. Köhler: Der Begriff der R. bei Leibniz (Bern 1913). |
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A. Gurwitsch: Leibniz – Philos. des Panlogismus (1974). |
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Das bei R. Finster u.a.: Leibniz Lex. (1988) zusammengestellte Material erlaubt keine «Differentialdiagnose». |
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Schon Köhler, a.O. [76] 46 fiel auf, daß ‹exprimere› in den Math. Schr. ungleich häufiger ist als ‹repraesentare›; umgekehrt zeigen die vorliegenden philos. Bände der Akad.-A. ein Überwiegen von ‹repraesentare› im Jurist Sinn. |
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Leibniz: Ms. Philos. V, 6, Bl. 16, in: E. Bodemann: Die Leibniz-Handschr. ... zu Hannover (1895) 80; vgl. Gurwitsch, a.O. [77] 39. |
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Quid sit idea. GP 7, 263f. |
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Opusc. et fragm. inéd., hg. L. Couturat (Paris 1903, ND 1966) 16. |
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Br. an Arnauld (9./19. 10. 1687). GP 2, 112. |
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Leibniz: Théod. III, § 356f. GP 6, 326f. |
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Disc. de mét. § 14. GP 4, 327. |
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Br. an des Bosses (16. 6. 1712). GP 2, 450. |
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Gurwitsch, a.O. [77] 236 mit Belegen. |
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Leibniz: Br. an de Volder (20. 6. 1703). GP 2, 253; 5. Schr. an Clarke § 61. GP 7, 406. |
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Gurwitsch, a.O. [77] 248. |
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Leibniz: Monad. § 56. GP 6, 616. |
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Gurwitsch, a.O. [77] 249. |
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S. Krämer: Berechenbare Vernunft. Kalkül und Rationalismus im 17. Jh. (1991). |
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P. Köhler s. Anm. [76]. – E. Cassirer s. Anm. [44] Bde. 1–2. – R. McRae: ‘Ideaʼ as a philos. term in the 17
th cent. J. Hist. Ideas 26 (1956) 178–190. – J. W. Yolton: J. Locke and the way of ideas (Oxford 1956); Ideas and knowledge in 17
th-cent. philos. J. Hist. Philos. 13 (1975) 145–165; s. Anm. [14]. – H. Jalabert: La fonction explicat. de la notion de ‘représentationʼ dans l'ontol. de Leibniz. Akten Int. Leibniz-Kongr. (1966) 1, 123–138. – R. A. Watson s. Anm. [25]. – A. Gurwitsch s. Anm. [77]. – M. A. Kulstad: Leibniz's conception of expression. Stud. Leibn. 9 (1977) 55–76. – E./F. S. Michael: Corporeal ideas in 17
th-cent. psychol. J. Hist. Ideas 50 (1989) 31–48. – S. M. Nadler s. Anm. [34]. – S. Krämer s. Anm. [98].