Historisches Wörterbuch der Philosophie online 

Neukantianismus

Neukantianismus 2735 10.24894/HWPh.2735 Helmut Holzhey
Schulen, Strömungen und Positionen neo-kantianism neo-criticism Professorenphilosophie6 748 Autoritätsphilosophie6 748f
Neukantianismus (frz. néo-kantisme, néo-criticisme; engl. neo-kantianism, neo-criticism). Von einem ‹N.› ist seit ca. 1875 die Rede. Das Bedürfnis nach Übersicht in der philosophischen Diskussion jener Zeit stand dem Begriff Pate. K. Grün sprach von «Über-» bzw. «Hyper-Kantianern» in der Schopenhauer-Nachfolge [1]; es entstand Streit, wer zu den echten, wer zu den «Pseudo-Kantianern» zu zählen sei, nachdem W. Tobias für eine klare Distinktion von Philosophie und Naturwissenschaft plädiert und gegen den vermeintlichen Kantianismus der für die Kantbewegung exoterisch so stimulierenden Mathematiker, Physiker und Physiologen argumentiert hatte [2]. H. Vaihinger rückte den 1875 verstorbenen F. A.Lange an die «Spitze der sogen. Neukantianer, die sowohl unter den Philosophen von Profession, als besonders unter den Naturforschern zu suchen sind» [3]. Lange selbst hatte 1875 eine «junge Schule von Kantianern im engeren und weiteren Sinne» aktenkundig gemacht, zu der er O. Liebmann, J. B. Meyer, H. Cohen, E. Arnoldt und C. Twesten rechnete [4]. Für Vaihinger gehörte dieser «Richtung der Jungkantianer» die Zukunft [5]. Die Exponenten der gegen den «neu erwachende(n) Kriticismus» [6] abgehobenen philosophischen Richtungen revanchierten sich polemisch: E. Dühring mit der Schelte der deutschen «Professorenphilosophie», die sich gegenwärtig «hauptsächlich mit Wiedererinnerungen aus den professoralen, schlechteren drei Vierteln des kantischen Gedankenkreises» behelfe [7]; E. von Hartmann mit einer Metakritik ‹N., Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart› (1877) [8], die dem Wort ‹N.› Verbreitung sicherte. Nach E. von Hartmanns Intentionen sollte schon der Ausdruck ‹N.› die «im Schwange gehende Kantomanie» abwerten; Lange-Vaihingers N. wurde als «subjectivistischer Skepticismus» dargestellt, der den Fortgang zum «Neufichteanismus» und «Neuhegelianismus» [9] nur beschleunigen werde [10].
Ebenfalls mit polemischer Spitze und in ausdrücklicher Anknüpfung an E. von Hartmanns Kritik würdigte O. Pfleiderer 1878 die «neukantische» Religionsphilosophie F. A. Langes, vor allem aber den theologischen N. der Ritschlschen Schule, die «Verbindung des modernen N. mit einem energischen Kirchenbewußtsein» [11]. W. Herrmann als Hauptvertreter der angegriffenen theologischen Richtung wehrte sich wiederum dagegen, «als Neukantianer registrirt» zu werden, nur weil er von der philosophischen Kant-Diskussion zu lernen bemüht sei [12]. R. A. Lipsius anderseits, dessen ‹Lehrbuch der evangelisch-protestantischen Dogmatik› (1876, 21879) E. von Hartmann als «theologischen N.» denunziert hatte [13], äußerte hiergegen nur den Vorbehalt, «dass man mir die empiristisch-sensualistische Wendung, welche der ‘transcendentale Idealismusʼ bei verschiedenen philosophischen Neukantianern genommen hat, ebensowenig imputiren möge, als jenen schroffen Dualismus zwischen der ‘Welt der Wirklichkeitʼ und der ‘Welt der Wertheʼ oder ‘der Ideenʼ, wie ihn nicht blos Albert Lange, sondern auch Herrmann vertritt» [14]. Schon 1885 glaubte dann E. von Hartmann Anzeichen dafür feststellen zu können, «daß der ins Kraut geschossene N. ... bereits in die Periode des Welkens und Absterbens eingetreten ist» und «eine freiere Auffassung der geschichtlichen Leistung Kants» möglich wird [15].
Die Kennzeichnung des Kritizismus als ‹N.› soll demnach dessen dogmatisches und scholastisches Moment enthüllen. Entsprechend stellt M. Heinze in der Neubearbeitung von F. Ueberwegs ‹Grundriss der Geschichte der Philosophie der Neuzeit› (5. Aufl. 1880) die «kantische Richtung» in einem – ‹Rückgang auf frühere Lehren› betitelten – Paragraphen neben und nach dem Aristotelismus (Trendelenburgs und der katholischen Welt) dar [16], eine historiographische Plazierung, die die mit der 7. Auflage (1888) auch so genannten und in einem eigenen Paragraphen behandelten «sogenannten Neukantianer» bis zur 10. Auflage (1906) etikettiert [17]. W. Wundt rechnet in seinem Rückblick auf die «jüngste Vergangenheit» den N. unverblümt der «Autoritätsphilosophie» zu: «Nachdem der N. mit seinem Ruf ‘Zurück zu Kantʼ einen schüchternen, auf selbständige Weiterbildungen nicht ganz verzichtenden Versuch hierzu gemacht, ist die Autoritätsphilosophie in ihrer ganzen Machtfülle in der Neo-Scholastik hervorgetreten ...» [18].
Dokumentiert so der polemisch gebrauchte «Parteiname» [19] des ‹N.› einerseits die Gegnerschaft zum Kritizismus als einer durch kantische Prämissen charakterisierten philosophischen Position, wird ‹N.› anderseits schon bei Vaihinger neutral zur historiographischen Klassierung einer Anzahl von Autoren verwendet, die jenes ‘Zurück zu Kantʼ in ihren Arbeiten ausdrücklich realisieren [20]. Noch offener definiert H. Höffding im Anschluß an F. Paulsens Betrachtung ‹Was uns Kant sein kann?› [21]: «Der sogenannte N. bezeichnet daher keine abgeschlossene Schule, sondern das Bestreben, diejenigen Begriffe, mit welchen wir operieren, einer erkenntnistheoretischen Prüfung zu unterwerfen» [22]. Dieser Begriffsgebrauch hat sich trotz geäußerter Bedenken durchgesetzt. In der Frühphase wird dabei zwischen der Gruppen- oder Schulbezeichnung (‹Neukantianer›) und der inhaltlichen Positionsbezeichnung (‹Kritizismus› [23]) unterschieden [24]. J. E. Erdmann stellte allerdings bereits in Frage, wie glücklich der Philosophiehistoriker verfährt, der jene Autoren «mit v. Hartmann die Neukantianer» nennt; bei jedem Einzelnen müßte «die Berechtigung dazu nachgewiesen werden ..., weil bei dem Einen das ‘Neuʼ, bei dem Anderen der ‘Kantianerʼ nicht zu passen scheint» [25]. – H. Rickert hat 1924, anläßlich eines Gedenkartikels für A. Riehl, mit dessen Tod er auch das Ende des N. als einer «geschichtlichen Erscheinung» gegeben sah, den Sinn des Terms ‹N.› dahin fixiert, daß «nur die als Neukantianer, d.h. als Kantianer, die etwas Neues gebracht haben», bezeichnet werden sollten, «die, wie Riehl sagt, durch ein erneutes und vertieftes Studium Kants die Philosophie über sich selbst zu besinnen[26] suchten und dadurch zugleich wirklich über ihren schon vorher erreichten Stand hinausführten», die «dadurch, daß sie auf Kant zurückgingen, die wissenschaftliche Philosophie zugleich erheblich vorwärts» führten. Die Hauptrepräsentanten dieses als nunmehr abgeschlossen betrachteten N. sind H. Cohen, A. Riehl und W. Windelband[27].
In der Diskussion um den ‘revisionistischenʼ Charakter des N. [28], insbesondere den Versuch einer Fundierung des Sozialismus in kantischer Ethik, bekannte L. Woltmann 1900, «in Sachen der Ethik nicht nur Neukantianer, sondern unverfälschter Altkantianer» zu sein [29], eine Position, die F. Staudinger[30] und K. Vorländer[31] angesichts der von ihnen als notwendig empfundenen Ausscheidung metaphysischer Restbestände in Kants Ethik kritisierten. Vorländers Klassierung einiger «aus systematischem Interesse auf den urkundlichen Kant» zurückgehenden Autoren (L. Goldschmidt, E. Marcus) als ‹Altkantianer› [32] blieb umstritten und hat sich nicht durchgesetzt. E. von Aster stellte 1935 Parallelen in der Entwicklung des Altkantianismus (von Reinhold zu Fichte) und der Richtungsdifferenzierung im N. vor [33].
Dem N. im engeren Sinne werden von der älteren Philosophiegeschichtsschreibung [34] zugerechnet: die Philosophen O. Liebmann[35], F. A. Lange[36], J. B. Meyer[37], H. Cohen[38]; des weiteren A. Stadler[39], F. Paulsen[40], W. Tobias[41], A. Riehl[42] (zugleich zum Positivismus gezählt), A. Krause[43], K. Lasswitz[44], F. Schultze[45]. Dabei wird in der Zuordnung der einzelnen Autoren wie in der systematischen Ortsbestimmung zwischen N. und Positivismus ein fließender Übergang gemacht [46]. Als Neukantianer oder jedenfalls als Promotoren des N. gelten auch die NaturforscherH. von Helmholtz[47], J. C. F. Zöllner[48] und A. Claassen[49]. Die Hauptvertreter des theologischen N. – zu unterscheiden von der Religionsphilosophie der späteren neukantianischen Schulen [50] – sind A. Ritschl, W. Herrmann, R. A. Lipsius und J. Kaftan[51]. Während A. Ritschl in Kants Ethik reformatorischen Geist rekognoszierte, wurde für die weitere, durchaus verschiedenartige Ausbildung neukantischer theologischer Dogmatik die kantische Erkenntnislehre und Metaphysikkritik im Blick auf die Abgrenzung und Legitimation eines eigenständigen religiös-sittlichen ‘Glaubensʼ bedeutsam. – Eine später vielfach abgewertete ‘Kant-Philologieʼ entwickelt sich mit den Arbeiten bzw. Editionen von H. Vaihinger[52], B. Erdmann, R. Reicke, E. Arnoldt u.a.
Der französische N. ist weitgehend identisch mit dem néo-criticisme von Ch. Renouvier[53]. «Depuis plusieurs années s'est produit en France un mouvement néo-kantien qui n'est pas sans importance», schreibt A. Fouillée 1881 in einem Artikel über den kritizistischen Moralbegriff [54]. Charakteristisch für Renouviers kritische Aneignung der kantischen Philosophie ist sein antimetaphysischer Phänomenalismus, zugleich seine positivismuskritische Kategorienlehre, die er von der Relation her aufbaut, und die Behauptung von Freiheit in der Welt der Phänomene [55]. – Auch die Streitigkeiten zwischen «Neuerern» und «Schule» in der katholischen Theologie Frankreichs um die Jahrhundertwende waren durch die Aneignung kantischer Philosopheme mitbestimmt [56].
Die Kantrezeption in England[57] hat nicht zur Ausbildung eines eigentlichen N. geführt, stand vielmehr im Dienst einer idealistisch orientierten Empirismuskritik [58]. Mit Recht kritisierte schon N. H. Marshall, daß Autoren wie T. H. Green, E. und J. Caird, B. Bosanquet oder F. H. Bradley dem N. zugerechnet werden – es sei denn, um polemisch hervortreten zu lassen, «wie wenig diese Neuheit eine Erneuerung ist» [59].
Unbestritten ist die Existenz eines italienischen N., zu dem außer C. Cantoni, der durch sein großes Werk [60] die Bekanntschaft mit der kantischen Philosophie in Italien wesentlich förderte, u.a. F. Masci, G. Barzellotti und F. Tocco gerechnet werden [61].
In T. K. Oesterreichs Neubearbeitung des 4. Teils von Ueberwegs ‹Grundriß der Geschichte der Philosophie› (111916) ist ‹N.› – inflationär und austauschbar mit ‹(Neo-)Kritizismus› gebraucht – die Sammelbezeichnung für sechs, in der 12. Auflage von 1923 sogar für sieben Richtungen, die einen großen Teil der akademischen Philosophie des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. abdecken: 1. die physiologische Richtung (Helmholtz, Lange); 2. die metaphysische Richtung (Liebmann, Volkelt); 3. die realistische Richtung (Riehl); 4. die logizistische Richtung (Marburger Schule); 5. der werttheoretische Kritizismus (südwestdeutsche oder badische Schule); 6. die relativistische Umbildung des Kritizismus (Simmel); 7. die psychologische, welche an Fries anknüpft (Nelson) [62]. Ähnlich umfassend subsumiert L. W. Beck unter ‹N.› («a term used to designate a group of somewhat similar movements that prevailed in Germany between 1870 and 1920 but had little in common beyond a strong reaction against irrationalism and speculative naturalism and a conviction that philosophy could be a ‘scienceʼ only if it returned to the method and spirit of Kant») eine metaphysische Richtung (von Liebmann und Riehl bis hin zur ontologisch-metaphysischen Kantinterpretation von M. Wundt, H. Heimsoeth, M. Heidegger und G. Martin), die Marburger Schule, den Göttinger (Nelson), den Heidelberger und den soziologischen N. (Simmel) [63]. Die Unvereinbarkeit der hier allzu künstlich vereinten ‘Kantischenʼ Positionen – L. Nelson distanzierte sich vehement von der «sogenannten Neukantischen Schule» [64] – hat andere Autoren [65] dazu veranlaßt, den N. auf drei Hauptrichtungen zu beschränken; H. Glockner beispielsweise rechnet zum N. nur den «kritischen Positivismus» (Liebmann, Riehl), den «Transzendentalismus der Marburger Schule» und den «teleologischen Idealismus» Windelbands und seiner Schule. Im Anschluß an die philosophische Historiographie des ausgehenden 19. Jh. konnte man die Reichweite des N. noch enger begrenzen. So legte W. Moog 1922 klar, daß «die Richtungen ..., die sich ausdrücklich zum Kritizismus und zum transzendentalen Idealismus bekennen und die logisch-erkenntnistheoretische Tendenz noch stärker als Kant selbst betonen, die alle psychologischen und metaphysischen Reste aus Kants Philosophie entfernen wollen, um ein einheitliches logisch-erkenntnistheoretisches System zu gewinnen», «eigentlich allein auf den Namen ‘Neukantianerʼ Anspruch machen» können [66].
Für die philosophische Diskussion ist der N. seit den zwanziger Jahren dergestalt in zwei Hauptrichtungen oder ‘Schulenʼ präsent [67]. Die zunächst durch A. Riehl repräsentierte realistische Kantaneignung ist in einen Neu- oder «kritischen Realismus» ausgemündet (O. Külpe). K. Vorländers Darstellung der Philosophie Cohens und seiner «Anhänger» (P. Natorp, R. Stammler u.a.) als der «Neukantianer im engeren Sinne» [68] artikuliert den Anspruch der ‹Marburger Schule› (diese Schulbezeichnung taucht kurz nach der Jahrhundertwende auf [69]) auf das philosophische Erbe Kants [70]. Während sich dieser N. (im engsten Sinne) auf Langes ‹Geschichte des Materialismus› zurückbezieht, hat die «‘Badenerʼ Philosophenschule» (A. Messer) ihren Kantianismus immer von K. Fischers Werk über Kant [71] hergeleitet, «das die ganze Bewegung des N. in Fluß gebracht hat» [72], das nach H. Rickert, anders als die einseitigen Kantinterpretationen Cohens und Riehls, «schon 1860 den ganzen Kant» gab, «den erst Windelband 1880 ‘zurückeroberteʼ» [73]. Der werttheoretische Kritizismus W. Windelbands, H. Rickerts und ihrer Schule transformierte die kantische Philosophie [74] zu einem «spezifisch erkenntnistheoretischen Neufichteanismus» [75]; er war auch für die Hegel-Renaissance offen, die er selbst mitbeförderte [76]. Anders als Windelbands wurden Rickerts Arbeiten im übrigen nie generell dem N. zugerechnet [77]; A. Faust hat im Hinblick auf die systematische Universalität von Rickerts Kulturphilosophie von einem Gegensatz zum N. gesprochen [78].
Die Unterscheidung eines älteren von einem jüngeren N., zu dem E. Cassirer, B. Bauch, A. Liebert, R. Hönigswald und J. Cohn gerechnet werden [79], oder die Fixierung einer «Nachgeschichte des klassischen N.» im «sog. Neoneokantianismus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg» (W. Cramer, H. Wagner, R. Zocher) [80] verhelfen kaum zu historiographischer Klärung der Philosophie im 20. Jh. und bereiten überdies Zuordnungsschwierigkeiten; es dürfte angemessener sein, den historiographischen Term ‹N.› auf die Philosophie der 1918 «zu Ende gegangenen Kulturepoche» zu beschränken, die – im systematischen Begriff des ‹N.› konzentriert und zum Teil polemisch akzentuiert – den Antipoden für die philosophischen Bemühungen der zwanziger Jahre bildete [81], bis unter dem NS-Regime auch diese Auseinandersetzung ihr Ende fand.
[1]
K. Grün: Die Philos. in der Gegenwart. Realismus und Idealismus (1876) III. 206.
[2]
W. Tobias: Grenzen der Philosophie, constatirt gegen Riemann und Helmholtz, vertheidigt gegen von Hartmann und Lasker (1875).
[3]
H. Vaihinger: Hartmann, Dühring und Lange. Zur Gesch. der dt. Philos. im XIX. Jh. Ein krit. Essay (1876) 8.
[4]
F. A. Lange: Gesch. des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. 2., verb. und verm. Aufl. 2. Buch: Gesch. des Materialismus seit Kant (1875) 2. 115.
[5]
Vaihinger, a.O. [3] 216; 205 wird Lange auch als «Haupt der Jungkantianer» apostrophiert.
[6]
202.
[7]
E. Dühring: Krit. Gesch. der Philos. von ihren Anfangen bis zur Gegenwart. 3. theilw. umgearb. Aufl. (1878) 520; vgl. 2., verm. Aufl. (1873) 428f.; Cursus der Philos. als streng wiss. Weltanschauung und Lebensgestaltung (1875) 449f.
[8]
2., erw. Aufl. der ‹Erläuterungen zur Metaphysik des Unbewußten› von 1874.
[9]
«Neu-Hegelianismus» erkennt schon W. Tobias, a.O. [2] 37, in W. Wundts ‹Menschen- und Thierseele› 1 (1863).
[10]
E. von Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philos. Aufgaben der Gegenwart (1877) 26f.
[11]
O. Pfleiderer: Religionsphilos. auf geschichtl. Grundlage (1878) 176ff. 192ff.
[12]
W. Herrmann: Die Religion im Verhältniß zum Welterkennen und zur Sittlichkeit. Eine Grundlegung der systemat. Theol. (1879) IX.
[13]
E. von Hartmann: Die Krisis des Christenthums in der modernen Theol. (1880) 69ff.
[14]
R. A. Lipsius: Philos. und Religion. Neue Beitr. zur wiss. Grundlegung der Dogmatik (1885) 3.
[15]
E. von Hartmann: Krit. Grundlegung des transzendentalen Realismus. Eine Sichtung und Fortbildung der erkenntnistheoret. Prinzipien Kants (41914), Vorwort zur 3. Aufl.
[16]
F. Ueberweg: Grundriss der Gesch. der Philos. III: Neuzeit, neubearb. von M. Heinze (51880) § 33, 388–392.
[17]
(71888) § 43, 464–473; (81897) § 19, 193–207, nach der Darst. des «neuen Thomismus»; (91902) § 21, 215–228; (101906) §§ 21f., 224–244.
[18]
W. Wundt: Einl. in die Philos. (1901) 267.
[19]
R. Eucken: Beitr. zur Gesch. der neuern Philos. vornehmlich der deutschen. Ges. Abh. (1886) 146ff.
[20]
Vgl. L. Rabus: Grundriss der Gesch. der Philos. (1887) 119f. («Neukantianismus»).
[21]
Vjschr. für wiss. Philos. 5 (1881) 1–96.
[22]
H. Höffding: Gesch. der neueren Philos. Unter Mitw. des Verf. aus dem Dänischen ins Dtsch. Übers. von F. Bendixen 2 (1896) 616.
[23]
Vgl. C. Göring: Über den Begriff der Erfahrung. Vjschr. für wiss. Philos. 1 (1877) 402.
[24]
Vgl. W. Nieke: Art. ‹Kritizismus›, in: HWP 4 (1976) 1297f.
[25]
J. E. Erdmann: Die dtsch. Philos. seit Hegels Tode. Faksimile-ND der Berliner A. 1896 mit einer Einl. von H. Lübbe (1964) 764.
[26]
A. Riehl: Der Beruf der Philos. in der Gegenwart (1913), in: Philos. Studien aus vier Jahrzehnten (1924) 304; vgl. für Cohen die Vorrede zu ‹Kants Theorie der Erfahrung› (1871), für Windelband das Vorwort zur 1. Aufl. der ‹Präludien› (1883) mit dem bekannten Diktum: «Kant verstehen, heißt über ihn hinausgehen.»
[27]
H. Rickert: Alois Riehl. Logos 13 (1924/25) 163–166; C. Siegel: Alois Riehl. Ein Beitrag zur Gesch. des N. (1932) 10.
[28]
W. I. Lenin, Marxismus und Revisionismus. Werke 15 (1963) 21; vgl. R. Steigerwald: Zeitgemäße Bemerkungen zu Lenins Feststellung, daß der N. die philos. Grundlage des Revisionismus sei, in: Zur Kritik der bürgerl. Ideol. H. 52 (1975) 61ff.
[29]
L. Woltmann: Die Begründung der Moral. Soc. Mh. 4 (1900) 718–724, abgedruckt in: Marxismus und Ethik, hg. H. J. Sandkühler/R. de la Vega (1974) 118.
[30]
unter dem Pseudonym Sadi Gunter: Sozialismus und Ethik. Soc. Mh. 5 (1901) 433–438, abgedruckt in: Marxismus und Ethik a.O. 132.
[31]
K. Vorländer: Die neukantische Bewegung im Sozialismus. Kantstudien 7 (1902) 23–84, zit. 39.
[32]
Gesch. der Philos. 2 (21908) 438.
[33]
E. von Aster: Die Philos. der Gegenwart (1935) 7f.
[34]
J. J. Borelius: Blicke auf den gegenwärtigen Standpunkt der Philos. in Deutschland und Frankreich (schwedisch 1879/80). Dtsch. von E. Jonas (1887) 18ff. (‹N.› = «Kombination des Materialismus mit Kants krit. Philos.»); M. Heinze, a.O. [16f.]; H. Vaihinger: Comm. zu Kants KrV 1 (1881, 21922) 13; R. Falckenberg: Gesch. der neueren Philos. von Nikolaus von Kues bis zur Gegenwart. Im Grundriss dargest. (1886) 459–461; J. E. Erdmann, a.O. [25] 763–766.
[35]
O. Liebmann: Kant und die Epigonen. Eine krit. Abh. (1865, ND 1912); Zur Analysis der Wirklichkeit. Philos. Untersuchungen (1876, 41911).
[36]
a.O. [4].
[37]
J. B. Meyer: Kant's Psychol. (1870).
[38]
H. Cohen: Kants Theorie der Erfahrung (1871, 21885); Kants Begründung der Ethik (1877, 21910).
[39]
A. Stadler: Kants Teleologie und ihre erkenntnisstheoret. Bedeutung (1874); Die Grundsätze der reinen Erkenntnisstheorie in der Kantischen Philos. Krit. Darst. (1876).
[40]
F. Paulsen: Versuch einer Entwicklungsgesch. der Kantischen Erkenntnisstheorie (1875).
[41]
a.O. [2].
[42]
A. Riehl: Der philos. Kriticismus und seine Bedeutung für die positive Wiss. 1 (1876), 2 (1879/87).
[43]
A. Krause: Die Gesetze des menschl. Herzens wiss. dargest. als die formale Logik des reinen Gefühls (1876).
[44]
K. Lasswitz: Atomistik und Kriticismus. Ein Beitr. zur erkenntnisstheoret. Grundlegung der Physik (1878); Die Lehre Kants von der Idealität des Raumes und der Zeit, im Zusammenhange mit seiner Kritik des Erkennens allgemeinverständl. dargest. (1883).
[45]
F. Schultze: Philos. der Naturwiss. Eine philos. Einl. in das Studium der Natur und ihrer Wiss. 1–2 (1881/82).
[46]
M. Heinze, a.O. [16f.]; H. Höffding, a.O. [22] 616; O. Külpe: Die Philos. der Gegenwart in Deutschland. Eine Charakteristik ihrer Hauptrichtungen nach Vorträgen, geh. im Ferienkurs für Lehrer 1901 zu Würzburg (31905) 18; O. Pfleiderer: Religionsphilos. auf gesch. Grundlage 1 (21883) 489.
[47]
H. von Helmholtz: Über das Sehen des Menschen (1856); Hb. der physiol. Optik (1867); Die Thatsachen in der Wahrnehmung (1879). Vgl. A. Riehl: Helmholtz in seinem Verhältnis zu Kant. Kantstudien 9 (1904) 261–285.
[48]
J. C. F. Zöllner: Über die Natur der Cometen. Beitr. zur Gesch. und Theorie der Erkenntniss (1872).
[49]
A. Claassen: Physiol. des Gesichtssinnes, zum ersten Mal begründet auf Kants Theorie der Erfahrung (1876); Über den Einfluß Kants auf die Theorie der Sinneswahrnehmung und die Sicherheit ihrer Ergebnisse (1886).
[50]
Vgl. J. Hessen: Die Religionsphilos. des N. 2., erw. Aufl. (1924).
[51]
Vgl. H. Appia: La théol. naturelle et le néo-kantisme théologique. Thèse prés. à la Fac. de Théol. prot. de Paris (Liège 1886); J. Wendland: Art. ‹N.›, in: RGG1 4 (1913) 741–748; K. Bornhausen: Art. ‹N.›, in: RGG2 4 (1930) 504–508.
[52]
H. Vaihinger: Comm. zu Kants KrV 1–2 (1881/92, 21922).
[53]
Hauptwerk Ch. Renouviers: Essais de critique générale (Paris 1854ff.).
[54]
A. Fouillée: Le néo-kantisme en France. Rev. philos. de la France et de l'étranger, 6me année, vol. XI (1881) 1.
[55]
E. Janssens: Le néo-criticisme de Charles Renouvier (Paris 1904); T. K. Oesterreich (Hg.): F. Ueberwegs Grundriß der Gesch. der Philos. 5. Teil: Die Philos. des Auslandes vom Beginn des 19. Jh. bis auf die Gegenwart (121928) 45–52; I. Benrubi: Philos. Strömungen der Gegenwart in Frankreich (1928) 173–183.
[56]
A. Leclère: Le mouvement catholique kantien en France à l'heure présente. Kantstudien 7 (1902) 300–363.
[57]
E. Caird: A crit. account of the philos. of Kant with a hist. introd. (Glasgow 1877).
[58]
T. K. Oesterreich (Hg.), a.O. [55] 135ff.
[59]
N. H. Marshall: Kant und der N. in England. Kantstudien 7 (1902) 385–408.
[60]
C. Cantoni: Emanuele Kant 1–3 (Mailand 1879/84).
[61]
T. K. Oesterreich (Hg.), a.O. [55] 212ff.; I. Höllhuber: Gesch. der ital. Philos. von den Anfängen des 19. Jh. bis zur Gegenwart (1969) 110–113; V. Mathieu: Art. ‹Neocriticismo›, in: Encicl. filos. 3 (Rom 1957) 850f.
[62]
(121923) 417; vgl. (111916) 364.
[63]
L. W. Beck: Art. ‹Neo-Kantianism›, in: The Encycl. of Philos. 5 (1967) 468–473; vgl. V. Mathieu, a.O. [61]; A. R. Caponigri: Art. ‹Neo-Kantianism›, in: New Cath. Encycl. 10 (1967) 323–326.
[64]
L. Nelson: Die sog. neukantische Schule in der gegenwärt. Philos. (1914). Ges. Schr. in neun Bänden 1 (1970) 207–217.
[65]
G. Lehmann: Gesch. der Philos. IX. Die Philos. des 19. Jh. 2 (1953); H. Noack: Die Philos. Westeuropas. 2., neubearb. und erw. Aufl. (1976); H.-L. Ollig: Der N. (1979); H. Glockner: Die europ. Philos. von den Anfängen bis zur Gegenwart (21960) 984ff.
[66]
W. Moog: Die dtsch. Philos. des 20. Jh. in ihren Hauptrichtungen und ihren Grundproblemen (1922) 210.
[67]
Vgl. H. Levy: Die Hegel-Renaissance in der dtsch. Philos. mit bes. Berücksicht. des N. (1927).
[68]
K. Vorländer: Gesch. der Philos. 2 (21908) 423ff.
[69]
Vgl. M. Heinze, a.O. [17] (101906) 234.
[70]
Vgl. P. Natorp: Kant und die Marburger Schule. Kantstudien 17 (1912) 193–221, abgedr. in: Erkenntnistheorie und Logik im N. Hg. und mit einer Einl. vers. von W. Flach und H. Holzhey (1980) 197–225.
[71]
K. Fischer: Gesch. der neueren Philos. 3. und 4. Bd.: I. Kant. Entwickelungsgesch. und System der krit. Philos. (1860, 21869).
[72]
B. Bauch: Kuno Fischer †. Kantstudien 12 (1907) 269; vgl. W. Windelband: Gesch. der Philos. (1892) 499; Kuno Fischer und sein Kant. Kantstudien 2 (1899) 1–10; H. Glockner, a.O. [65] 981.
[73]
H. Rickert: Alois Riehl, a.O. [27] 168.
[74]
Vgl. H. Rickert: Die Heidelberger Tradition und Kants Kritizismus (1934).
[75]
O. Ewald: Die dtsch. Philos. im Jahre 1907. Kantstudien 13 (1908) 215; vgl. O. Külpe, a.O. [46] 124; W. Windelband: Lehrb. der Gesch. der Philos. 4., durchges. Aufl. (1907) 538.
[76]
Vgl. H. Levy, a.O. [67] 58ff.
[77]
Vgl. M. Heinze, a.O. [16f.]; H. Glockner, a.O. [65] 995.
[78]
A. Faust: H. Rickert und seine Stellung innerhalb der dtsch. Philos. der Gegenwart (1927) 3–12.
[79]
S. Marck: Am Ausgang des jüngeren N. Arch. Philos. 3 (1949) 144–164.
[80]
H.-L. Ollig, a.O. [65] 4f., 94ff.
[81]
Vgl. K. Sternberg: Der N. und die philos. Forderungen der Gegenwart. Kantstudien 25 (1920) 396–410.
J. Wendland s. Anm. [51]. – T. K. Oesterreich (Hg.): Friedrich Ueberwegs Grundriss der Gesch. der Philos. 4. Teil: Die dtsch. Philos. des XIX. Jh. und der Gegenwart (121923). – H. Levy s. Anm. [67]. – G. Lehmann: Gesch. der nachkantischen Philos. Kritizismus und krit. Motiv in den philos. Systemen des 19. und 20. Jh. (1931). – J. Ebbinghaus: Kant und das 20. Jh. Studium Generale 7 (1954) 513–524. – H. Lübbe: Art. ‹N.›, in: Staatslexikon 5 (61960) 1005–1012; in: RGG3 4 (1960) 1421–1425. – L. W. Beck s. Anm. [63]. – Marxismus und Ethik s. Anm. [29]. – H. Noack s. Anm. [65]. – H.-L. Ollig s. Anm. [65] (Lit.). – Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus s. Anm. [70]. – H.-D. Häusser: Kritische Reflexion und Erkenntnisgegenstand. Kritik der objektivistischen Wende im späten N. (1983).