Historisches Wörterbuch der Philosophie online 

Homo viator

Homo viator 1578 10.24894/HWPh.1578 Christian Grawe
Marcel Existenzphilosophie Topoi und Metaphern Mensch als Pilger
Homo viator (der Mensch als Pilger) ist ein Buchtitel G. Marcels[1], Für diesen kennzeichnet den Menschen ein existentieller «Aufwärtsdrang» [2] zu Gott. Auf ihn verweisen Hoffnung, Liebe und Treue, diejenigen Medien, in denen der Mensch die Ergänzungsbedürftigkeit seines Daseins erfährt. «Leben im vollen Sinne des Wortes heißt ... sich geben» [3]. «Von dem Augenblick an, wo es der Mensch unternimmt, sich selbst als ein Absolutes zu setzen, das heißt gerade sich von jeder Beziehung, von jeder Bezugnahme auf einen anderen als er selbst freizumachen, muß er sich letzten Endes zerstören ...» [4]. Dann wird das zeitliche Dasein zum Gefängnis; Verzweiflung erwächst.
[1]
G. Marcel: H. v. (dtsch. 1949); Terminus vom Autor später wieder aufgenommen in seinem Vorwort zu: H.v., Modernes christl. Theater (1962).
[2]
Die Menschenwürde und ihr existentieller Grund (dtsch. 1965) 111.
[3]
a.a.O. [1] 175.
[4]
Der Mensch als Problem (dtsch. 1956) 69.