Ontogenese
2858
10.24894/HWPh.2858
Hans Engländer
Haeckel
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Grundgesetz, biogenetisches
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Phylogenese
Naturphilosophie
Entwicklungbiol.
Ontogenese. Den Begriff ‹Ontogenesis› prägte 1866
E. Haeckel[1]. Er verstand darunter die Entwicklungsgeschichte des einzelnen Lebewesens von der befruchteten Eizelle bis zum Eintritt der Geschlechtsreife. Der Ontogenesis stellte Haeckel die Phylogenesis (Stammesgeschichte) gegenüber
[2].
Bei den Metazoen, den mehrzelligen Organismen, lassen sich verschiedene Abschnitte der O. unterscheiden: 1. die Embryonalentwicklung bis zum Schlüpfen der Larven oder der Geburt der Embryonen; 2. die Jugendentwicklung, gekennzeichnet durch selbständige Nahrungsaufnahme, starkes Wachstum, eventuell durch den Besitz larvaler Organe. Das Entstehen der Adultform kann kontinuierlich vor sich gehen (direkte Entwicklung), oder es ist eine Metamorphose mit mehr oder weniger starken Formveränderungen eingeschaltet (indirekte Entwicklung). Häufig wird 3. zur O. auch das Adult- und Altersstadium gerechnet.
Die Analyse der O.n verschiedener Tierformen hat wesentliche Kriterien zur Auffindung von Homologien geliefert und dazu beigetragen, verwandtschaftliche Beziehungen zu erhellen. Schon
K. E. von Baer erkannte, daß sich die gemeinsamen Merkmale einer großen Tiergruppe früher ausbilden als die besonderen (Gesetz der
Embryonenähnlichkeiten)
[3].
Haeckel leitete dann aus den morphologischen Ähnlichkeiten in der Individualentwicklung und in der Stammesgeschichte das «biogenetische Grundgesetz» ab: «Die Ontogenesis ist die kurze und schnelle Rekapitulation der Phylogenesis»
[4]. Diese Behauptung wird stark eingeschränkt durch zahlreiche Anpassungen des sich entwickelnden Keimes an seine spezifische Umwelt. Deshalb spricht man heute von «biogenetischer Regel». Was hinsichtlich der ontogenetischen Rekapitulationen für den morphologischen Bereich gilt, läßt sich auch für physiologische Vorgänge und für Verhaltensweisen aufzeigen
[5].
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E. Haeckel: Generelle Morphol. der Organismen (1866) 1, 55. |
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K. E. von Baer: Über Entwicklungsgesch. der Thiere (1828). |
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Haeckel, a.O. [1] 2, 300. |
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K. Lorenz: Vergl. Bewegungsstudien an Anatinen. J. Ornithol., Erg.bd. III (1941) 194–294. |